ADHS liegt vor, wenn unaufmerksames und impulsives Verhalten mit oder ohne deutliche Hyperaktivität ausgeprägt sind, nicht dem Alter und Entwicklungsstand entsprechen und zu Störungen in den sozialen Bezugssystemen, der Wahrnehmung und im Leistungsbereich von Schule und Beruf führen.
Für die Entstehung dieser Erkrankung spielen Störungen in der Funktion der Neurotransmitter, insbesondere Dopamin, eine entscheidende Rolle mit großer Bedeutung genetischer Faktoren und Einfluss von aggravierenden oder entlastenden Umweltfaktoren.
Nach internationalen und nationalen Studien sind etwa 5% aller Kinder und Jugendlichen davon betroffen. Das bedeutet, dass in der Bundesrepublik etwa 500.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 6-18 Jahren unter den Problemen der ADHS leiden. ADHS ist die weitaus häufigste Ursache für Lern-Leistungsstörungen und Störungen im Sozialverhalten. Das soziale Umfeld in Familie, Kindergarten und Schule ist entsprechend mitbetroffen.
Unbehandelt erreichen die Kinder und Jugendlichen trotz normaler Intelligenz keine begabungsentsprechenden Schul- und Berufsausbildungsabschlüsse, können keine beständigen sozialen Bindungen aufbauen und erhalten, werden wegen ihres Verhaltens sozial isoliert. Dies führt zu einer nachhaltigen Minderung ihres Selbstwertgefühls. Als sekundär psychische Folgen stellen sich nicht selten oppositionell-aggressives Verhalten, Angststörungen, Depressionen ein. Auch die vermehrte Unfallhäufigkeit, Neigung zu Delinquenz und Suchtverhalten führen neben den individualmedizinischen Folgen zu hohen Belastungen für die Solidargemeinschaft.
Diagnostik und Therapie orientieren sich an der Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte "Diagnostik und
Therapie bei ADHS" [....] in der jeweils aktuellen Fassung.
Änderungen der Leitlinie erfolgen etwa alle 2 Jahre, sofern dies zur
Anpassung an den wissenschaftlichen Erkenntnisstand und/oder zur Optimierung der Empfehlungen notwendig erscheint. Änderungsvorschläge
aus der Mitgliedschaft der BVAD und aus den oben genannten pädiatrischen Gruppierungen sind an die Leitlinienkommission (Vorstand
der BVAD) zu richten. Die Leitlinie der BVAD entspricht in ihren Aussagen den auf evidence basierten Erkenntnissen beruhenden
Guidelines der American Academy of Pediatrics [......].
Für eine optimale Betreuung bei ADHS sind frühzeitige Erkennung, rechtzeitige situationsangepasste Therapie und langfristige Führung der Patienten notwendig.
Art und Umfang der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen im Rahmen der Leitlinienempfehlungen sind abhängig von der individuellen Ausprägung des Störungsbildes beim einzelnen Patienten. Das soziale Umfeld - Familie und sonstige Erzieher - ist immer einzubeziehen.
Sofern sich aus der individuellen Situation beim Patienten ein Bedarf für spezielle diagnostische und/oder therapeutische Maßnahmen ergibt, der in der betreuenden Praxis nicht erbracht werden kann, sollten diese Maßnahmen in einem auch fachgruppenübergreifenden interdisziplinären Betreuungsnetz koordiniert werden.
Ziel der Bemühungen der wesentlich mit ADHS befassten pädiatrischen Gruppierungen ist:
Versorgungssicherung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS durch situationsgerechte qualitätsgesicherte Betreuung und
Sicherstellung eines ausreichenden Versorgungsangebotes durch Optimierung der Kooperation in vernetzten Versorgungsstrukturen.
Übernommen aus dem Konsensuspapier der Pädiatrie der AG ADHS
Wichtiger Hinweis: Unsere Website wurde für den Microsoft Internet Explorer 6 mit Javascript-Unterstützung optimiert!
Bei anderen Browsern kann es zu Darstellungsproblemen kommen.